Wir wurden wieder einmal ins Wohnmobil verfrachtet – nichts Ungewöhnliches. Wir kennen inzwischen jede Schraube, jeden Schrank und jedes zufällige Knarzgeräusch dieses rollenden Katzenlofts.
Nach der Fahrt – vermutlich Hamburg – durften wir nach draußen. Ein privater Stellplatz mit Bäumen, Sträuchern und einer beeindruckenden Auswahl an Düften. Roxi stieg sofort auf einen Laubhaufen, in der festen Überzeugung, dass Höhe automatisch Führungsstatus verleiht. Ich, Aria, nahm die Lage lieber methodisch unter die Pfoten und inspizierte den Platz in Ruhe. Als wir alles ordnungsgemäß vermerkt hatten, kehrten wir – selbstverständlich freiwillig – ins Wohnmobil zurück. Drinnen war es angenehm warm. Nicht, weil es draußen besonders kalt gewesen wäre, sondern weil unsere Menschen auf „kuschelig“ bestehen. Wir akzeptieren das großmütig.
Später verschwanden sie für ein paar Stunden. Der Standardablauf: Futter bereitgestellt, Wasser nachgefüllt, Heizung eingestellt. Zwischendurch starrten sie auf die Überwachungskamera, vermutlich um sicherzugehen, dass wir nicht spontan beschließen, die Innenarchitektur zu optimieren. Es beruhigt ihre Nerven. Wir finden es amüsant.
Als sie zurückkamen, dufteten sie leicht nach Glühwein und waren in absoluter Festtagslaune. Ein nächtlicher Spaziergang kam für uns nicht in Frage. Dafür gab es frisches Futter und dann den traditionellen Kuschelabend. Roxi legte sich selbstverständlich auf die Beine der Katzenmama, während ich mich strategisch günstig beim Katzenpapa niederließ. Die beiden versuchten, ihre Decken zurückzubekommen, was wir ihnen großzügig erlaubten, damit sie nicht frieren. Rücksicht ist schließlich wichtig.
Der nächste Morgen begann mit einem professionell durchgeführten Vogelbeobachtungsdienst im Alkoven – die perfekte Aussichtsplattform, um die Welt zu überwachen, ohne selbst einen Schritt vor die Tür zu setzen. Das Angebot, nach draußen zu gehen, lehnten wir ab. Das hatte nichts mit Faulheit zu tun, drinnen war es schlicht gemütlicher.
Als unsere Menschen später von der Wikinger-Ausstellung zurückkamen, begrüßten wir sie und beobachteten anschließend akribisch, wie sie das Wohnmobil für die Abfahrt vorbereiteten. Viel war nicht zu tun – ein paar lose Gegenstände sichern, damit sie unterwegs keine eigenen Wanderungen antreten. Diese Ordnung wissen wir sehr zu schätzen.
So endete unser kleiner Ausflug: eingekuschelt, angenehm schläfrig und vollkommen zufrieden rollten wir nach Hause – mit dem stillen Versprechen, bald wieder aufzubrechen.
Wenn ihr erfahren möchtet, was unsere Menschen in Hamburg angestellt haben, dann schnuppert gern einmal hier entlang: https://unterwegs-notiert.com/timeline/vorweihnachtliche-tage-in-hamburg/













