Wir sind Aria und Roxi. Zwei Katzen, zwei Herzen, ein Revier.
Wir lieben einander – auf unsere Art. Still, selbstverständlich, so wie nur Katzen lieben: durch Nähe, durch gemeinsames Dösen, durch das Wissen, dass die andere da ist.
Doch Liebe heißt nicht, dass es keine Schatten gibt.
Manchmal geschieht es, dass eine von uns mehr Licht abbekommt. Mehr Hände, die streicheln. Mehr Worte von Katzenmama. Ein längerer Blick von Katzenpapa. Dann spannt sich etwas Unsichtbares zwischen uns. Etwas, das nach Eifersucht riecht.
Wenn Aria zuerst gerufen wird, sitzt Roxi etwas abseits. Der Schwanz liegt ruhig, aber die Augen beobachten alles. Kein Laut, kein Protest – nur Abstand. Rückzug.
Und wenn Roxi sich dreht und die Aufmerksamkeit an sich zieht, wird Aria still. Sie tut so, als wäre ihr alles egal, doch ihre Ohren hören jedes Geräusch, jede Bewegung.
Dann raufen wir mehr. Nicht aus Hass, sondern weil Gefühle zu groß geworden sind für unsere kleinen Herzen. Pfoten treffen aufeinander, Fell sträubt sich kurz, ein Fauchen liegt in der Luft – und dann ist es wieder vorbei. Wir gehen auseinander, jede auf ihren Platz, jede mit ihren Gedanken.
Katzenmama und Katzenpapa merken das. Immer.
Sie versuchen, die Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Gleiche Streicheleinheiten. Gleiche Worte. Gleiche Nähe. Sie wissen: Wir brauchen das. Beide. Zur gleichen Zeit. Oder zumindest so, dass es sich für uns gleich anfühlt.
Und langsam löst sich die Spannung.
Der Abstand wird kleiner. Die Blicke weicher. Eine von uns legt sich hin, die andere kommt näher. Erst zögerlich, dann selbstverständlich.
Am Ende kuscheln wir wieder.
Zwei Katzen, ein gemeinsamer Platz.
Die Eifersucht schläft ein – bis zum nächsten Mal.










